Hilfe im Alltag mit Migräne

Haushaltshilfe bei Migräne: Frau und Kind räumen gemeinsam den Geschirrspüler aus.

Wer regelmäßig unter Migräne leidet, braucht nicht nur Medikamente, die in der Akutsituation helfen, sondern auch ein gut funktionierendes Netzwerk helfender Hände. Zum einen können Familienmitglieder oder Freunde und Bekannte unterstützen, zum anderen kann auch Hilfe von außen angefordert werden. Doch wann kommt eine Haushaltshilfe bei Migräne in Betracht?

Unterstützung durch das eigene Umfeld

Wer im Monat ein- bis zweimal unter Migräne leidet, bekommt die Organisation im Alltag leichter gestemmt als ein Betroffener mit chronischer Migräne, der in den letzten drei Monaten an mindestens 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen hatte. Für eine kurzzeitige Migräneattacke hilft ein Plan, der vorsieht, wer welche Aufgaben im Haushalt übernimmt, die Kinder zur Kita bringen und abholen kann oder bei den Hausaufgaben hilft.

Natürlich können Partner und ältere Kinder auch ein wenig Mehrarbeit im Krankheitsfall ausgleichen. Machen Sie sich aber vorab Gedanken, welche Aufgaben im Notfall wirklich wichtig sind und welche problemlos auf später verschoben werden können. Vielleicht haben Sie zudem nette Nachbarn, die Ihnen den Einkauf abnehmen und Großeltern oder befreundete Familien, zu denen die Kinder nachmittags gehen können.

Wann stellt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe?

Bei einem längeren Krankheitsausfall, der durch Migräne verursacht wird (beispielsweise duch einen Krankenhaus- oder Reha-Klinikaufenthalt) kommt eine Haushaltshilfe in Betracht. Sie übernimmt alle notwendigen Aufgaben, die im Haushalt anfallen. Dazu zählen zum Bespiel Kochen, Putzen, Wäsche waschen, Einkaufen und auch die Kinderbetreuung.

In der Regel wird die Haushaltshilfe durch die gesetzliche Krankenkasse gestellt. Darüber hinaus können anfallende Kosten von der Unfall- oder Rentenversicherung übernommen werden. Bei Geringverdienenden oder Nichtversicherten ist die Haushaltshilfe auch eine Leistung der Sozialhilfe.

Die Krankenkasse übernimmt die Haushaltshilfe, wenn:

  • Sie wegen einer Krankenhausbehandlung oder eines Reha-Aufenthalts Ihren Haushalt nicht alleine führen können und
  • mindestens ein Kind, das im Haushalt lebt, das zwölfte Lebensjahr noch nicht beendet hat oder das behindert und auf Hilfe angewiesen ist, zum Beispiel bei Ernährung, Körperpflege und seelischer Betreuung und
  • keiner in der Familie den Haushalt alleine weiterführen kann (Eltern, Partner oder Kinder), ohne sich von Berufstätigkeit, Berufs- oder Schulausbildung beurlauben zu lassen.

Wenn Sie eine Haushaltshilfe in Anspruch nehmen wollen, ist es ratsam, sich vorab von der Krankenkasse beraten zu lassen. Welche Kosten übernommen werden, hängt auch von den individuellen Satzungsleistungen der Krankenkasse ab. So kann es sein, dass die Möglichkeit zur Kostenübernahme einer Haushaltshilfe besteht, auch wenn das jüngste Kind schon älter als 12 ist und in Einzelfällen sogar, wenn die Kinder schon ausgezogen sind und nicht mehr im Haushalt leben. Bei gesundheitlichen Problemen in der Schwangerschaft kann auch der Arzt eine Haushaltshilfe verordnen, auch wenn noch kein weiteres Kind da ist.

Tipp: Sollte der Antrag auf die Haushaltshilfe abgelehnt werden und leben Kinder im Haushalt, deren Versorgung und Betreuung durch die Erkrankung der Mutter oder des Vaters nicht gewährleistet werden kann, gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf ambulante Familienpflege beim Jugendamt zu stellen.

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1 Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. Abgerufen unter: http://www.vdbw.de/index.php?id=179&tx_ttnews%5Btt_news%5D=208&cHash=6f6f9db0b4&action= (Stand: 26.10.2017).