Kinderwunsch trotz Migräne

Mann hält Babyschuhe in die Kamera: Was gilt es bei Kinderwunsch mit Migräne zu beachten?

Frauen, die an Migräne leiden und einen Kinderwunsch haben, sind oft verunsichert. Sie fragen sich, ob sie sich eine Schwangerschaft trotz Migräne zutrauen und wie es sein wird, wenn das Baby auf der Welt ist. Grundsätzlich lässt sich das nicht vorhersagen, aber bei den meisten Frauen bessert sich die Migräne in der Schwangerschaft aufgrund der Hormonumstellung. Erfahren Sie hier, worauf Sie in der Planungsphase achten sollten.

Hat der Kinderwunsch Auswirkung auf die Migräne-Behandlung?

Generell ist es erstrebenswert, in der Schwangerschaft nach Möglichkeit ganz auf Migräne-Medikamente zu verzichten. Noch besser ist es, wenn Sie bei bestehendem Kinderwunsch in der Planungsphase Ihre Medikamente auf ein Minmum reduzieren oder durch unbedenklichere Substanzen ersetzen. Vor allem die Einnahme von Arzneimitteln, die der Vorbeugung einer Migräne dienen, wird optimalerweise drei Monate vor der geplanten Empfängnis beendet.1 Falls Sie trizyklische Antidepressiva zur Prophylaxe der Migräne einnehmen, ist es eventuell möglich, dass Sie diese in niedriger Dosierung auch mit Kinderwunsch weiter einnehmen können. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Kinderwunsch und klären Sie mit ihm, wie die Behandlung der Migräne vor und während der Schwangerschaft aussehen kann.

Wie kann ich die Migräne in der Schwangerschaft ohne Medikamente behandeln?

Frauen, die von einer Migräne ohne Aura betroffen sind, können während der Schwangerschaft eine Verbesserung der Migräne erleben. Insbesondere, wenn sie zuvor an einer menstruellen oder menstruell assoziierten Migräne litten.1

Trotz der positiven Aussichten, die ein Kinderwunsch auf die Migräne haben kann, sollten andere vorbeugende Maßnahmen auch während der Schwangerschaft nicht vergessen werden. Dazu zählen vor allem:

Darüberhinaus können Biofeedback und Akupunktur weitere Behandlungsalternativen in der Schwangerschaft sein. Unabhängig von der Migräne wird allen Frauen mit Kinderwunsch zur Vorbeugung von Fehlbildungen des Embyos die Einnahme von Folsäure (400 µg pro Tag) empfohlen.2 Die Einnahme einiger Medikamente kann den Bedarf an Folsäure steigern und eine Supplementierung mit höheren Folsäuremengen erforderlich machen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Frauenarzt.

Ist die Migräne vererbbar?

Ist die werdende Mutter oder der zukünftige Vater von Migräne betroffen, kann die Veranlagung dazu auf das Kind vererbt werden. Das heißt nicht zwangsläufig, dass das Kind einmal an Migräne leidet, aber die Möglichkeit besteht. Auch wenn bisher kein bestimmtes Gen bekannt ist, dass für die Migräne verantworlich gemacht werden kann, so ist die genetische Veranlagung ein wichtiger Faktor als mögliche Ursache der Migräne.3

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1 AWMF online: Leitlinie der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG).
Abgerufen unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/062-005l_S2k_Behandlung_Migraene_und_idiopathische_Kopfschmerzsyndrome_in_Schwangerschaft_und_Stillzeit_01.pdf (Stand: 11.10.2017).

2 Bundesinstitut für Risikobewertung: Jod, Folat/Folsäure und Schwangerschaft.
Abgerufen unter: http://www.bfr.bund.de/cm/350/jod-folat-folsaeure-und-schwangerschaft.pdf/ (Stand: 19.12.2017).

3Gaul, C. et al. (2014): Patientenratgeber Kopfschmerzen und Migräne. Berlin: ABW Wissenschaftsverlag. S. 9-10.