Worauf bei der Migräne-Ernährung achten?

Ernährung bei Migräne: Rotwein, Trauben und lang gereifter Käse sind mögliche Migränetrigger.

Eine ausgewogene Ernährung ist nicht nur bei Migräne wichtig. Wer sein Essen abwechslungsreich mit frischem Gemüse und vollwertigen Produkten gestaltet, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Doch worauf sollten Betroffene sonst noch achten? Gibt es eine bestimmte Diät, die bei Migräne hilft, und wann lohnt sich eine Ernährungsumstellung?

Ernährung bei Migräne: Welche Lebensmittel sollten gemieden werden?

Viele Lebensmittel werden als mögliche Migräneauslöser genannt, darunter1:

  • Milchprodukte wie lang gereifter Käse, Joghurt oder Buttermilch
  • Süßstoffe (Aspartam in Light-Getränken)
  • frittierte Nahrungsmittel
  • Zitrusfrüchte (auch Trockenfrüchte)
  • Meeresfrüchte
  • Koffein in Kaffee und koffeinhaltigen Getränken (Cola, Energy-Drinks)
  • Alkohol (beispielsweise Wein oder Sekt)

Auch wenn die Ernährung bei der Migräne eine Rolle spielt, heißt das nicht zwangsläufig, dass diese Lebensmittel bei allen Betroffenen eine Migräne auslösen. Manch ein Migräniker stellt sogar gar keinen Zusammenhang zwischen der Migräne und seiner Ernährungsweise fest. Daher ist es grundsätzlich nicht sinnvoll, alle Lebensmittel zu meiden, die auf der Liste stehen. Zudem kommt erschwerend hinzu, dass sich die Tageszeit positiv oder negativ auswirkt. So kann ein Glas Sekt, dass man am Nachmittag trinkt, zu einer Schmerzattacke führen, am Abend aber ohne Folgen vertragen werden. Außerdem ist es möglich, dass die Migräne bereits begonnen hat, noch bevor der Betroffene davon etwas bemerkt und im Nachhinein fehlinterpretiert, dass der Genuss von Alkohol dafür verantwortlich war.

Schokolade: Auslöser oder Vorbote?

Lange Zeit ging man davon aus, dass Schokolade zu den Lebensmitteln zählt, die eine Migräneattacke provozieren. Es scheint aber vielmehr so zu sein, dass der Heißhunger auf Schokolade durch Veränderungen im Hirnstoffwechsel zustande kommt und ein Vorbote einer beginnenden Migräneattacke ist. Die Lust auf etwas Süßes kann somit ein Symptom der Anfangsphase einer Migräne sein – und ist daher nicht zwangsläufig ein direkter Auslöser.

Gibt es eine spezielle Migräne-Diät?

Eines vorweg: Eine spezielle Migräne-Diät gibt es nicht. Dennoch ist es für den ein oder anderen Betroffenen sinnvoll, seine Ernährung bei Migräne genauer zu betrachten. Eine Ernährungsumstellung lohnt sich vor allem dann, wenn bestimmte Nahrungsmittel eindeutig als Migräneauslöser ausfindig gemacht werden können. Um das zu überprüfen, hilft das regelmäßige Ausfüllen eines Migränetagebuchs. Versuchen Sie bei einem bestimmten Verdacht, das Lebensmittel eine Zeit lang vom Speiseplan zu streichen und vermerken Sie das in Ihrem Schmerzkalender. So können Sie testen, ob sich das Weglassen des Nahrungsmittels positiv auswirkt, die Anzahl der Schmerzattacken beispielsweise verringert wird oder die Kopfschmerzen nicht mehr so stark sind.

Beachten Sie dabei, dass der Zusammenhang zwischen Essen und Migräne nicht immer direkt zu beobachten ist. Es können mehrere Stunden oder ein ganzer Tag vergehen, bis sich das verzehrte Lebensmittel als Migräneauslöser bemerkbar macht.

Unser Tipp: Regelmäßig essen bei Migräne

Es ist bekannt, dass das Auslassen von Mahlzeiten mitunter zu Migräneattacken führt. Essen Sie daher regelmäßig, um eine Migräne durch diesen Aspekt zu vermeiden. Wenn Sie unterwegs sind, nehmen Sie sich immer einen kleinen Snack mit (beispielsweise Obst oder einen Müsliriegel), für den kleinen Hunger. Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu trinken. Zwei bis drei Liter stilles Wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees sind ideal. Darüber hinaus können Sie eine gesunde Ernährung bei Migräne ergänzen, indem Sie durch Sport in Bewegung bleiben.

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1Göbel, H. (2004): Die Kopfschmerzen: Ursachen, Mechanismen, Diagnostik und Therapie in der Praxis. (2. Auflage). Berlin-Heidelberg: Springer-Verlag. S. 154-156.