Migräne: Glossar medizinischer Begriffe

Mann sucht im Internet nach der Definition von Migräne-Fachbegriffen und Schlagwörtern.

Sie leiden unter Migräne? Es hilft, sich mit der neurologischen Erkrankung auseinanderzusetzen, um sie besser zu verstehen und individuelle Migräneauslöser herauszufinden. Ein fundiertes Wissen trägt außerdem dazu bei, medikamentöse sowie nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zu entdecken, die Ihnen bei der Bewältigung Ihres Privat- und Berufslebens helfen. Einen kleinen Anfang zum besseren Verständnis möchten wir mit diesem Glossar machen.

Akupunktur eine Methode der Traditionellen Chinesischen Medizin, bei der winzige Nadeln in den Körper gestochen werden; bei Migräne soll sie die gestörte Lebensenergie wieder zum Fließen bringen
Aura

die Zeitphase vor den eigentlichen Kopfschmerzen; bei rund zehn Prozent der Migräniker beginnt der eigentliche Migräneanfall mit neurologischen Symptomen wie Seh- oder Sprachstörungen

Anamnese

vom griechischen Wort für „Erinnerung“; bezeichnet das Gespräch des Arztes mit seinem Patienten

Antiemetika Medikamente, die gegen Übelkeit und Erbrechen helfen
Basilaris-Migräne seltene Form der Migräne mit Aura, von der vor allem junge Menschen betroffen sind; die Aurasymptome (zum Beispiel Schwindel, Tinnitus, Doppeltsehen) können eindeutig dem Hirnstamm und/oder den beiden Gehirnteilen (Hemisphären) zugeschrieben werden
Biofeedback ein Verfahren, bei dem Patienten lernen, normalerweise unbewusst ablaufende, körpereigene Prozesse wie den Pulsschlag oder die Atemfrequenz wahrzunehmen und durch Übungen positiv zu beeinflussen; häufig wird Biofeedback auch zur Entspannung eingesetzt
Chronische Migräne

über mehr als drei Monate hinweg Kopfschmerzen an mehr als 15 Tagen pro Monat; an mindestens 8 Tagen pro Monat kommen zusätzlich Migränesymptome wie Übelkeit und Lichtempfindlichkeit hinzu

Clusterkopfschmerz Kopfschmerzart, die sich durch ihren Schmerzcharakter (die Schmerzen beginnen in der Regel im Bereich der Augen, von wo aus sie sich ausbreiten, zum Beispiel in Richtung Stirn und Schläfen oder hin zu Kiefer, Ohren und Wangen) von einer Migräne (einseitige, stark pochende Schmerzen) unterscheidet; Attacken dauern zwischen 15 und 180 Minuten
CGRP

Abkürzung für den Botenstoff Calcitonin-Gene-Related-Peptide, bei dem vermutet wird, dass er bei der Entstehung von Migräne eine entscheidende Rolle spielt

Episodische Migräne Betroffene leiden an bis zu 14 Tagen im Monat unter Migräne
Familiär hemiplegische Migräne Migräneart (siehe hemiplegische Migräne), die diagnostiziert wird, wenn die Aura mit einer halbseitigen Lähmung (Hemiparese) einhergeht und mindestens ein Verwandter ersten oder zweiten Grades an derselben Migräneform erkrankt ist; weitere mögliche Aura-Symptome sind Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, Sprachstörungen oder psychische Auffälligkeiten
Hemiplegische Migräne

Migräneform, die mit einer motorischen Aura einhergeht (vorübergehende motorische Störungen wie Bewegungsbeeinträchtigungen, Lähmungen und Sprachstörungen)

IHS Abkürzung für Internationale Kopfschmerzgesellschaft (International Headache Society); sie veröffentlicht eine internationale Klassifikation, in der zahlreiche Kopfschmerzerkrankungen beschrieben werden
Prodromalphase Vorphase, die wenige Stunden oder bis zu zwei Tage vor der Haupt-Kopfschmerzphase der Migräne auftritt; typische Warnzeichen in dieser Zeit: Müdigkeit, Schlafprobleme, depressive Verstimmung
Progressive Muskelentspannung eine Entspannungsmethode, die sowohl zur Vorbeugung als auch bei akuten Migräneattacken geeignet ist
Postdromalphase kann im Anschluss an die Haupt-Kopfschmerzphase der Migräne auftreten; Beschwerden in Form von leichten Kopfschmerzen und Müdigkeit klingen noch ein bis zwei Tage nach
Medikamenteninduzierter Kopfschmerz Art des Kopfschmerzes, die durch die zu häufige Einnahme von Arzneimitteln ausgelöst und aufrechterhalten wird; mehr Infos dazu im Text zum Thema Schmerzmittelübergebrauch
Menstruationsbedingte Migräne

Migräneart, bei der ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Migräneattacken und dem Zyklus der Frau besteht; häufig tritt die Migräne zu Beginn der Menstruation auf, Migräneattacken können sich aber auch zu anderen Zeitpunkten im Menstruationszyklus ankündigen

Menstruelle Migräne eine Migräneform bei Frauen, bei der es ausschließlich während (oder kurz vor) der Periode zu Migräneattacken kommt; hier finden Sie weitere Informationen über die hormonbedingte Migräne
Spannungskopfschmerzen keine Form der Migräne; der Kopfschmerz ist nicht pulsierend, sondern eher dumpf-drückend oder ziehend, und verstärkt sich nicht bei körperlichen Routineaktivitäten wie Treppensteigen; es gibt viele Ursachen, die Spannungskopfschmerzen auslösen können, zum Beispiel muskuläre Verspannungen, psychosozialer Stress oder eine Funktionsstörung des Kauapparats; wie sich Migräne und Spannungskopfschmerzen noch unterscheiden, erfahren Sie im Text „Migräne oder Kopfschmerzen?“
Serotonin Neurotransmitter, der nicht nur Einfluss auf das Sexualverhalten, den Schlaf-Wach-Rhythmus sowie den Appetit hat, sondern auch auf das Schmerzempfinden; da sich der körpereigene Botenstoff außerdem positiv auf die Stimmung auswirken kann, ist er als „Glückshormon“ bekannt
Skotom Gesichtsfeldausfall bei visueller Aura (Sehkraft fällt in einem Teil des Gesichtsfelds oder insgesamt aus)
Status migraenosus wenn die Kopfschmerzphase eines Migräneanfalls trotz Behandlung länger als 72 Stunden andauert; in der Regel tritt dieser medizinische Notfall erst nach mehreren Jahren Migräne mit andauerndem Medikamentenübergebrauch auf
Trigger Faktoren, die die Migräne zwar nicht auslösen, aber begünstigen können, zum Beispiel bestimmte Nahrungsmittel, Änderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus oder Stress
Triptane

spezielle Arzneimittel, die ausschließlich bei Migräne mit und ohne Aura sowie bei Clusterkopfschmerz helfen; eingesetzt werden sie vor allem bei schweren Migräneattacken

Vestibuläre Migräne Form der Migräne, die mit starkem Schwindel (Schwank- oder Drehschwindel) einhergeht