10 wertvolle Tipps gegen Migräne

Eine Gruppe Frauen beim Walking: Ein guter Tipp gegen Migräne ist moderater Sport.

Sie haben ein individuell wirksames Akutmedikament gegen Migräne gefunden und sind auf der Suche nach zusätzlichen Möglichkeiten, die Migräne zu lindern? Oder möchten Sie Ihrem Familienmitglied, das während einer Migräneattacke lange Zeit im abgedunkelten Schlafzimmer verweilt, ein paar nützliche Hinweise an die Hand geben? Wir verraten Ihnen wertvolle Tipps gegen Migräne – ob Sie nun selbst betroffen sind oder nicht, schon Experte oder Ratsuchender.

5 Tipps bei Migräne: Was kann ich im Akutfall tun?

Ein Hämmern oder Pochen auf der einen Seite des Kopfes, dazu noch Übelkeit und Sehstörungen: Dass Migräniker an einer schweren neurologischen Erkrankung leiden, welche den Alltag häufig von heute auf morgen zur Qual werden lässt, ist für Außenstehende nicht leicht nachvollziehbar. Diese Tipps können bei einer akuten Migräne-Attacke helfen:

  1. Nehmen Sie ein Akut-Medikament gegen Migräne so schnell wie möglich zu Beginn einer Attacke ein. Halten Sie sich an die mit dem Arzt vereinbarte Dosierung und verwenden Sie nicht weniger, in der Hoffnung, Ihrem Körper so weniger Medikamente zuführen zu müssen.
  2. Probieren Sie aus, welche Hausmittel Ihnen Linderung verschaffen. Geeignet sind zum Beispiel Salz-Eis-Packungen, die auf Stirn und Schläfen gedrückt werden und den Kopfschmerz lindern können. Aber auch Kamillenblütentee gilt als guter Tipp bei Migräne – er kann zudem Beschwerden wie begleitende Übelkeit bessern.
  3. Vermeiden Sie die regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (Analgetika) an mehr als 15 Tagen pro Monat. Triptane, also spezielle Migräne-Mittel, sollten nicht öfter als an zehn Tagen pro Monat verwendet werden – es besteht die Gefahr, dass sich andernfalls ein Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK) entwickelt.1 Darunter verstehen Fachleute einen chronischen Kopfschmerz an 15 oder mehr Tagen pro Monat, der infolge einer regelmäßigen Schmerz- oder Migränemitteleinnahme (an mehr als zehn Tagen pro Monat, seit drei Monaten oder mehr) entsteht oder sich dadurch verschlechtert.2
  4. Führen Sie ein Migränetagebuch und erfassen Sie dort unter anderem Ihre Kopfschmerztage und die Medikamenteneinnahme im Monatsverlauf.
  5. Hält die Migräne-Attacke länger als 72 Stunden an und kommen weitere Beschwerden wie Erbrechen und Übelkeit hinzu, handelt es sich womöglich um einen „status migraenosus“, einen Notfall. Bitten Sie in diesem Fall jemanden, Sie in eine Notfallambulanz zu fahren oder wählen Sie selbst den Notruf.

Wenn Sie bisher wegen Ihrer Migräne noch nicht beim Arzt waren, sollten Sie bald nach einer akuten Attacke fachliche Hilfe suchen. Eine genaue Diagnose ist für die Behandlung der Migräne essenziell, da unter Umständen auch eine andere Kopfschmerz-Erkrankung dahinterstecken kann.

5 Tipps gegen Migräne: Wie kann ich vorbeugen?

Wer seinen gewohnten Aktivitäten mehrmals im Monat wegen Migräne nicht nachkommen kann, verliert leicht den Mut. Sie sind den unerwarteten Attacken jedoch nicht gänzlich schutzlos ausgeliefert. Gegen Migräne helfen folgende Tipps, die Sie vor allem in beschwerdefreien Zeiten zur Vorbeugung ausprobieren können:

  1. Versuchen Sie, die Migräneauslöser Ihrer Migräne herauszufinden und diese wenn möglich zu meiden. Dabei kann es sinnvoll sein, ein Migränetagebuch zu führen. Hier notieren Sie, in welchen Situationen die hämmernden Schmerzen auftreten, wie lange diese anhalten und wie stark sie sind. Bewerten Sie die Auslöser jedoch nicht über! Längst nicht jede Attacke hat einen konkreten Auslöser, den Sie hätten vermeiden können.
  2. Betroffenen hilft es oft, sich über ihre Erkrankung auszutauschen. In Deutschland unterstützt die Migräneliga bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe und ist Ihnen auch dabei behilflich, wenn Sie selbst eine gründen möchten. Nur Mut! Weltweit sind circa 10 Prozent der Menschen von Migräne betroffen – Sie sind nicht allein.
  3. Präventive Medikamente können die Zahl der monatlichen Migräne-Attacken reduzieren. Derzeit kommen vor allem Medikamente, die ursprünglich gegen andere Krankheiten wie Herzerkrankungen verwendet wurden, zum Einsatz. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über mögliche Prophylaktika.
  4. Kommen Sie in Bewegung und treiben Sie Sport. Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Migräne-Attacken leisten. Unser Tipp bei Migräne: Wählen Sie eine moderate Sportart wie Yoga, Walking, Wassergymnastik oder Langlaufen – muten Sie sich anfangs nicht zu viel zu und meiden Sie Krafttraining.
  5. Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung nach Jacobson können Ihnen dabei helfen, eine Migräne-Attacke weniger stark wahrzunehmen, beziehungsweise die Anzahl der Attacken zu reduzieren. Schauen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse oder einer Volkshochschule um, diese bieten oft Kurse an. 

Eine wichtige Rolle beim Leben mit Migräne spielt zudem das seelische Wohlbefinden. Versuchen Sie, so oft es geht, abzuschalten und die Ansprüche an sich und andere nicht allzu hoch zu setzen. Je aktiver Sie sich mit der Migräne auseinandersetzen, desto besser gelingt der Umgang mit der Erkrankung.

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1 Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinie Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- und Migränemitteln. Abgerufen unter: https://www.dgn.org/leitlinien/2286-ll-57-2012-kopfschmerz-bei-uebergebrauch-von-schmerz-und-migraenemitteln (Stand: 17.10.2017).

2 Ebd.

3 Totzeck, A. et al: Migräne. Klassifikation, Klinik und Diagnostik, in: Gaul, Charly & Diener, Hans Christoph (Hrsg.): Kopfschmerzen. Stuttgart, 2016, S. 64.

4 Stovner,L.: The global burden of headache: a documentation of headache prevalence and disability worldwide. Cephalalgia. 2007; 27(3):193-210.