Migräne-Arzt: Gut vorbereitet ins Gespräch

Junger Mann im Gespräch mit einem Migräne-Arzt.

Häufig vergehen mehrere Monate, bis Patienten, die unter Migräne leiden, einen Termin beim Spezialisten bekommen. Daher gilt es, die Zeit mit dem Arzt dann auch so gut wie möglich zu nutzen. Helfen Sie dem Migräne-Arzt, indem Sie Ihr Beschwerdebild so genau wie möglich schildern und alle notwendigen Unterlagen zum Termin mitbringen. Hier bekommen Sie Tipps an die Hand, die Sie bei der Vorbereitung unterstützen.

Migräne: Neurologe, Hausarzt, Schmerztherapeut – welcher Arzt ist der richtige?

Erster Ansprechpartner ist immer der Hausarzt. Er ist mit typischen Symptomen von Kopfschmerzarten wie Migräne oder Spannungskopfschmerzen vertraut und kann sie dementsprechend einordnen und auch behandeln.

Die Verbindung aus Aura und Kopfschmerzen, eine wesentliche Symptomatik der Migräne, ist neurologischer Art und von daher dem Fachgebiet der Neurologie zugeschrieben. Eine Überweisung des Migräne-Patienten zum Neurologen kann notwendig werden, wenn:

  • es Schwierigkeiten bei der Diagnose gibt,
  • die Therapie nicht anschlägt oder
  • zusätzlich Schwindel, Sprachstörungen oder eine Konzentrationsschwäche auftreten.1

Hat der Hausarzt die Vermutung, Ihre Kopfschmerzen könnten andere Ursachen haben, zum Beispiel Augenprobleme oder eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung, kann er Sie auch an Kollegen aus der Augenheilkunde oder der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde überweisen.

Leiden Sie unter sehr starken Migräneattacken und das schon über einen langen Zeitraum hinweg? Bei chronischer Migräne und auch dann, wenn sich das Schmerzgeschehen kontinuierlich steigert und immer mehr und stärkere Medikamente notwendig sind, kann ein ausgebildeter Schmerztherapeut eine Anlaufstation für Sie sein. Es gibt Schmerzambulanzen sowie spezialisierte Schmerzkliniken.

Wenn Sie auf die Erfolge der Alternativmedizin vertrauen, können Sie auch einen Migräne-Spezialisten auf diesem Gebiet aufsuchen, zum Beispiel einen Akupunkteur oder einen Chiropraktiker. Das sollten Sie aber erst dann tun, wenn ein Arzt eine zugrundeliegende und ernst zu nehmende Erkrankung für Ihre Kopfschmerzen, wie zum Beispiel einen Schlaganfall oder eine Meningitis (Entzündung der Hirnhäute), ausgeschlossen hat.

Kommunikation ist alles: Es ist wichtig, dass ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen dem Patienten und dem behandelnden Migräne-Arzt besteht und sich der Patient gut aufgehoben fühlt.

Mit Migräne zum Arzt: Wo fange ich mit der Suche an?

Nach der Ärztestatistik der Bundesärztekammer gab es im Jahr 2016 43.618 berufstätige Allgemeinmediziner und 6.810 Neurologen in Deutschland.2 Den richtigen Migräne-Spezialisten für die Diagnostik und Behandlung Ihrer Migräne zu finden, kann somit etwas Zeit in Anspruch nehmen. Nachfolgende Anlaufstellen sollen Ihnen die Suche nach fachkundigen Migräne-Ärzten erleichtern:

  • Hausarzt: Sollte die Überweisung zu einem Facharzt im Raum stehen, können Sie bei Ihrem Hausarzt nachhaken, ob er Neurologen empfehlen kann, die sich mit Migräne sehr gut auskennen, möglicherweise eine Zusatzqualifikation auf dem Gebiet der Schmerztherapie haben oder Mitglied in einer Fachgesellschaft sind.
  • Fachgesellschaften: Bei der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG), der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) sowie der regional zuständigen Ärztekammer können Sie Adressen von Migräne-Spezialisten erfragen. Außerdem bieten die Webseiten der Fachgesellschaften interessante und fundierte Informationen zum Thema Migräne.
  • Kliniken: Möglicherweise kann Ihnen auch in einer örtlichen Klinik ein kompetenter Arzt oder Therapeut genannt werden.
  • Krankenkassen: Einige Krankenkassen bieten den Service an, über ihre Website passende Behandlungsangebote und Migräne-Ärzte in der Nähe zu finden. Dazu müssen häufig nur in einer Suchmaske Postleitzahl, Wohnort und Behandlungsbereich (zum Beispiel „Schmerz“) angeklickt werden und Sie erhalten eine Auswahl an Adressen, an die Sie sich wenden können. Möglicherweise bietet die Krankenkasse, bei der Sie versichert sind, auch spezielle Programme für Patienten mit Migräne oder chronischen Kopfschmerzen an.

Wichtig: Sobald Sie einen Termin bekommen haben, können Sie auch schon damit beginnen, sich auf den Arztbesuch vorzubereiten.

Warum Sie von einer guten Vorbereitung auf das Arztgespräch profitieren

Viele Patienten sind mit der Art und Weise, wie das Gespräch mit dem Arzt abläuft, unzufrieden. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass sie sich unverstanden fühlen oder sie nicht alle Fragen stellen konnten, weil der Arzt unter Zeitdruck stand. Doch Sie können selbst einiges tun, um die Zeit so gut wie möglich zu nutzen.

Im Überblick: Argumente für eine gute Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung auf das Gespräch sowie ein partnerschaftlicher und vertrauensvoller Arzt-Patient-Dialog sind wichtige Grundlagen, auf denen Entscheidungen über Untersuchungen und Behandlungen fußen.

Wer sich vor dem Gespräch wichtige Punkte notiert – die man sonst womöglich bei Aufregung oder oft knapp bemessener Zeit in der Arztpraxis vergessen würde – und alle notwendigen Unterlagen parat hat, erleichtert es dem Arzt, sich einen umfassenden Überblick zur Erkrankung zu verschaffen.

Durch stichhaltige Informationen zum Ablauf der Kopfschmerzen können Sie dem Migräne-Arzt dabei helfen, sich ein umfangreiches Bild über die Beschwerden zu machen und eine zuverlässige Diagnose zu stellen. Notieren Sie beispielsweise vor dem Arzttermin so exakt wie möglich,

  • welche Beschwerden vorliegen,
  • wann die Beschwerden auftreten,
  • was Sie bisher unternommen haben, um die Schmerzen zu lindern,
  • ob und wenn ja welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen und
  • ob und wenn ja unter welchen Vorerkrankungen Sie leiden.

Um den Verlauf Ihrer Migräne zu dokumentieren, kann das Führen eines Migränetagebuchs sehr sinnvoll sein. Darin notieren Sie neben der Schmerzdauer und -stärke sowie des Schmerzcharakters auch individuelle Einflussfaktoren wie zum Beispiel wenig Schlaf, Stress oder ungeregelte Tagesabläufe. Somit können Sie diese Migräne-Auslöser in Zukunft besser vermeiden.

Checkliste: Unterlagen für den Arzt

Bereiten Sie Ihre Krankengeschichte so ausführlich und vollständig wie möglich vor. Das sollten Sie zum Arzt, der Sie bei Migräne behandelt, mitbringen:

  • Krankenversicherungskarte
  • gegebenenfalls Überweisungsschein
  • Migränetagebuch
  • Liste oder Packungen der Medikamente, die Sie einnehmen
  • Angaben darüber, ob in der Familie Migränefälle bekannt sind
  • Liste anderer behandelnder Ärzte (Namen und Fachrichtung)
  • Krankenakte/Befunde/Untersuchungsergebnisse von anderen Ärzten, bei denen Sie bereits wegen Ihrer Kopfschmerzen in Behandlung waren
  • gegebenenfalls Dokumente über Vorerkrankungen

Des Weiteren ist es hilfreich, sich vorab eine Liste mit Fragen zu machen, die Sie dem Migräne-Spezialisten stellen wollen.

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1 Göbel, Hartmut: Kopfschmerzen und Migräne: Ursachen erkennen, gezielt vorbeugen, erfolgreich behandeln. Abgerufen unter: http://www.schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/kopfschmerzen_und_migrane_-_schwerpunkt_frauen__schwangerschaft__kinder_-_schmerzklinik_kiel.pdf, S. 7, (Stand: 10.10.2017).

2 Ärztestatistik 2016 (Bundesärztekammer). Abgerufen unter http://www.bundesaerztekammer.de/ueber-uns/aerztestatistik/aerztestatistik-2016/, (Stand: 10.10.2017).